(c) Stadtarchiv Klausen

Klausen 1921

In Erinnerung an die Unwetterkatastrophe

Am Abend des 9. August 1921 wurde die Stadt von der bislang verheerendsten Unwetterkatastrophe in ihrer Geschichte heimgesucht. Nach einem furchtbaren Unwetter schwoll der Tinnebach zu einer gewaltigen Schlammlawine an, die alles unter sich begrabend zu Tale stürzte und an der Einmündung in Klausen das Flussbett des Eisacks vermurte. Innerhalb von einer halben Stunde bildete der Eisack einen Rückstau, der noch zwei Kilometer weiter flussaufwärts spürbar war. Im Stadtgebiet selbst stieg der Fluss in kürzester Zeit um nahezu zehn Meter an. Wie hoch der Wasserpegel war, lässt sich an Markierungen ablesen, die an verschiedenen Gebäuden in der Stadt angebracht sind, wie etwa bei der Volksschule, in der Färbergasse, an der Pfarrkirche, am Widum, am Ansitz Griesbruck, an der Kapuzinerkirche usw. Zwei Tage lang war Klausen von der Außenwelt vollkommen abgeschnitten. Erst danach konnten die Verkehrsverbindungen behelfsmäßig frei gemacht werden. Obwohl man nur zwei Todesopfer beklagen musste, waren die Schäden an Hab und Gut enorm.

Die Aufräumarbeiten zogen sich über zwei Jahr hin. Das Flussbett des Eisacks musste neu angelegt und der Tinnebach frei geschaufelt werden. Da Sprengungen wegen der gewaltigen Stein- und Geröllmassen nichts ausrichteten, musste die Arbeiten von Menschenhand erledigt werden. Insgesamt wurden 200.000 m3 Erdmaterial bewegt und 6.000 m3 Schutzbauten errichtet zu Gesamtkosten im Ausmaß rund 4,5 Millionen Lire (1923). 3/5 der Summe übernahm der Staat, der Rest wurde auf die Provinzverwaltung und die betroffenen Gemeinden aufgeteilt.

PROGRAMM 2021
Der Bildungsausschuss Klausen, die Tourismusgenossenschaft, das Stadtmuseum Klausen und der Kulturgüterverein möchten deshalb an dieses für die Stadt prägende Ereignis erinnern. Um den historischen Jahrestag sind eine Reihe von Aktionen wie spezielle Stadtführungen und Vortäge, eine Videoinstallation, Schautafeln mit historischen Fotos und Sensibilisierugnsmaßnahmen geplant. 

> seit Ende Mai: Sensibilisierungsaktion "Alle lieben sauberes Wasser
> Ende Juli - Mitte September: Fotoaktion mit historischen Bildern und Infotext an 8 Standorten in der Stadt Klausen
> 07. - 28.08.2021: Videoinstallation "FlowingWater" der Künstlerinnen Astrid Gamper und Sonya Hofer an Häuserfassaden an wechselnden Orten in Klausen (immer freitags & samstags)
> 06.08 | 13.08 | 20.08.2021: Stadtführung Erinnerungsreise ins Jahr 1921 um 10.00 Uhr mit Dr. Maria Gall
> 08.08.2021: Dankgottesdienst
> 09.08.2021: Von einem sprechenden Papagei, einem fliegenden Heiligen Geist und anderen Anekdoten - ein Stadtspaziergang zum 100. Jahrestag der Klausner Katastrophe - Führung um 19.15 mit Kulturwissenschaftlerin Jutta Profanter
> 16.08.2021: Wasser und Wasserkatastrophen in der Geschichten von Klausen - Führung um 19.15 Uhr mit Stadtarchivar Dr. Christoph Gasser
> 24.08.2021: Wasser in Tirol: Gefahr, Lebensquelle, Zukunftsressource - Vortrag um 19.15 Uhr mit Dr. Hans Heiss
> 04.09 - 30.10.2021: Die "Seestadt" Klausen - Bilder einer Katastrophe - Sonderausstellung im Stadtmuseum Klausen
> 06.09.2021: CritiKa: Wasser ist Leben - Denkanstöße für eine Gesellschaft von morgen - Vortrag um 19.15 Uhr von Elisabeth Locher (Ökoinstitut)
> 07.10.2021: Hochwasser Klausen - Vortrag um 20.00 Uhr mit Dr. Alexander Pramstraller (Direktor im Amt für Bevölkerungsschutz)
(c) Stadtarchiv Klausen

Weitere Informationen

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