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Hauptkünstler

Patrick Obkircher

Eine imposante Maske aus Bronze, montiert auf einem Eisensockel: Patrick Obkirchers Werk „Sein“ spielt mit der Doppeldeutigkeit dieses Symbols – sich verbergen oder sich authentisch zeigen. Es ist kein klassisches Selbstporträt, das der junge Bildhauer aus Welschnofen geschaffen hat – sondern ein Spiel mit Innen und Außen. Eine Einladung an die Betrachter:innen, sich selbst zu begegnen.

„MIR IST NICHT WICHTIG, EINE SCHÖNE SKULPTUR ZU MACHEN. SONDERN EINE, DIE TIEFE HAT“
Wenn Patrick arbeitet, tritt er in Dialog. Mit dem Ton, mit dem Gips, mit der entstehenden Form. „Die Skulptur sagt mir, was sie braucht. Ich tue mir schwer zu planen, weil sich vieles erst im Prozess ergibt.“ Zuhören, still werden, erahnen. Pläne durchboxen ist nicht sein Weg. Er folgt dem Gefühl, auch wenn es sich nicht logisch erklären lässt. Sein liebstes Material gerade: Ton. Es ist direkt, schnell und intuitiv – ein Material, das mehr Freiheit erlaubt als andere.
Was ihn interessiert, ist die Essenz. Beim Menschen ebenso wie bei der Form. Wenn er Leute beobachtet, sieht er, wie Charakter und Körper sich gegenseitig prägen, wie das Erscheinungsbild aus der Seele heraus entsteht. Den Menschen subtil zu lesen, ohne Vorverurteilung, darum geht es Patrick. Bei Unehrlichkeit hört für ihn die Menschlichkeit auf. „Ich habe lieber jemanden vor mir, der mir nicht sympathisch ist, aber ehrlich – als umgekehrt.“
Wie konsequent er sich nach diesem Gefühl richtet, zeigt eine Episode aus dem letzten Jahr. Patrick modellierte in einem Kurs einen Torso nach Aktmodell – technisch schön, aber etwas ließ ihn zweifeln. Immer während er daran arbeitete, wurde er kränklich, schlaflos. Er konnte es nicht zuordnen. Bis er in einer Nacht den Gedanken zuließ, die Skulptur zu zerstören. Allein die Vorstellung war befreiend. Am nächsten Tag warf er den Ton zurück in die Kiste. Sofort ging es ihm besser. „Ich habe diesen Torso nicht gefühlt, er war leer, wenn auch ästhetisch ansprechend. Also dachte ich mir, besser zerstören und etwas Neues daraus machen, denn die Energie, die ich beim Kreieren habe, bleibt ja in einem Werk drin.“
 
Er hat sich in Gröden zum Bildhauer ausbilden lassen. Patrick beschreibt sich als ruhig, introvertiert, in einer Findungsphase. Was er zum Arbeiten braucht, ist klar: Ruhe. Eine Werkstatt, in der er sich zurückziehen kann, wenn er niemanden sehen will. Aber auch die Natur zum Auftanken als Gegenpol dazu, wo seine Gedanken schweifen dürfen. Am lebendigsten fühlt er sich, wenn er merkt, dass er das Richtige für sich tut – nämlich, wenn er ehrlich seinen Weg geht.
Menschsein heißt für Patrick: Erfahrungen machen. Zwischenmenschliche Beziehungen spüren. Die Beziehung zur Natur. Und sich, im besten Fall, charakterlich weiterbilden. Für die Besucher:innen der Triennale wünscht er sich, dass sie die Kunstwerke als Gedankenanstoß erleben. Dass sie die Möglichkeit bekommen, etwas über sich zu erfahren – sich berühren zu lassen.
Über den Künstler und sein Werk
Biografie

Patrick Obkircher | *2001 in Bozen, lebt in Welschnofen 

Patrick Obkircher hat sein Handwerk in Gröden gelernt: an der Landesberufsschule für das Kunsthandwerk in St. Ulrich, danach im Spezialisierungskurs für Holzbildhauer, mit einem Sommer an der Grödner Akademie unter anderem bei Aron Demetz. Seit 2021 ist er freischaffend tätig. Wenn Patrick arbeitet, plant er nicht – er hört zu – dem Ton, dem Gips, der Form, die gerade entsteht. Was ihn interessiert, ist die Essenz – beim Menschen wie bei der Form. Er liest sein Gegenüber ohne Vorverurteilung, und wo Unehrlichkeit beginnt, hört für ihn die Menschlichkeit auf. Patrick beschreibt sich als ruhig, introvertiert, in einer Findungsphase. Zum Arbeiten braucht er Ruhe – eine Werkstatt, in die er sich zurückziehen kann, und als Gegenpol die Natur, in der er auftankt und seine Gedanken schweifen lässt. Am lebendigsten ist er, wenn er merkt, dass er ehrlich seinen eigenen Weg geht.

Werkbeschreibung
„Sein“
Eine imposante Maske aus Bronze, montiert auf einem Eisensockel. Entstanden aus einem kleinen Tonmodell, einem fast lebengroßen Kopf aus Ton als Selbstportrait, dann einem Positiv aus Styrodur, und dann in Bronze gegossen 
Kurz mehr Infos von Patrick zum genauen Entstehungsprozess der Maske mit positiv und negativ etc.
Patrick Obkirchers Werk „Sein“ spielt mit der Doppeldeutigkeit dieses Symbols – sich verbergen oder sich authentisch zeigen. Es ist kein klassisches Selbstporträt, das der junge Bildhauer geschaffen hat, sondern ein Spiel mit Innen und Außen. Schon der Titel greift das Leitthema der Triennale, „Mensch sein“, unmittelbar auf: „Sein“ meint das bloße Dasein und zugleich die Frage, wer man eigentlich ist. Patrick geht es dabei nicht um die schöne Form, sondern um die Tiefe dahinter. So wird die Maske zur Einladung an die Betrachter:innen, sich selbst zu begegnen – ein Gedankenanstoß, der die Möglichkeit eröffnet, etwas über sich zu erfahren und sich berühren zu lassen.
Sein/Essere/To be

www.patrick-obkircher.com
 
Hören Sie hier den Audioguide zu Patrick Obkircher
Standort Kunstwerk

„Sein“

Kreuzgang der Kapuzinerkirche, beim Stadtmuseum, Frag 1
Zugänglichkeit: Eingang zum Hauptportal des Kreuzgangs: 9.00–18.00 Uhr
 
Lageplan Triennale Klausen
Die fünf Hauptkünstler & Triennale Klausen
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Florian Tschurtschenthaler
Florian Tschurtschenthaler ist einer der fünf Hauptkünstler der Triennale Klausen.
„DIE GRÖSSTE MENSCHLICHE STÄRKE? DAS RICHTIGE TUN, AUCH WENN DU DER EINZIGE BIST.”
Der junge Künstler aus Sexten liebt die Arbeit mit Holz.
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Bernhard Reiterer ist einer der fünf Hauptkünstler der Triennale Klausen.
„FARBEN SIND SICHTBARE SCHWINGUNGEN.”
Der Malermeister aus Meran macht mit seinem Kunstwerk "Das innere Leuchten" zwischenmenschliche Begegnung sichtbar.
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„BEIM FOTOGRAFIEREN SUCHE ICH DEN GLANZ IN DEN AUGEN, DAS IST FÜR MICH LEBEN.”
Der Künstler aus Lana fotografierte in seinem Studio 30 Menschen. Zu seinem Werk wurde er inspiriert, als er in Rom mitten auf einem belebten Platz mitten im Getümmel still stand und alle Menschen an sich vorbei ziehen hat sehen.
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Lukas Mayr
Lukas Mayr ist einer der fünf Hauptkünstler der Triennale Klausen.
„DIE FREQUENZ, DIE TRÄGT, IST IMMER DA. DIE FRAGE IST NUR, OB WIR UNS IN SIE HINEIN BEWEGEN.”

Der in Brixen lebende Künstler beschäftigt sich mit der Frage, was der Antrieb jedes Menschen ist, etwas Bleibendes zu bauen. Er nennt dies Mirkokultur. Für sein Werk "Stein der Weisen", hat er einen riesigen Steinkoloss aus den Tiefen der Erde geholt und bearbeitet.

zum Künstler
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MENSCH SEIN
Triennale Klausen
13.06. - 07.11.2026
Die Triennale Klausen bringt vom 13. Juni - 7. November zeitgenössische Kunst in das Künstlerstädtchen. Alle drei Jahre wird Klausen zum Treffpunkt für Kunstschaffende, Besucherinnen und Besucher. Ausstellungen, Installationen und künstlerische Positionen eröffnen neue Perspektiven auf Stadt, Raum und Gegenwart.
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