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Slow Bike Klausen

Einfach mal bremsen!

Am Brenner beginnt Italien – und eine der schönsten Radreisen der Alpen. Doch wer nur durchrauscht, verpasst das Beste. Denn Geschichte, Kultur und Genuss liegen direkt am Wegesrand. Eine Einladung zum slow biken.

Tausende Radbegeisterte überqueren jährlich die Alpen mit dem Fahrrad. Sie kommen vom Zillertal ins Südtiroler Pfitschtal oder weiter westlich über das Timmelsjoch. Aber wo führt der einfachste Weg entlang? Über den Brenner. 66 deutsche Kaiser wählten ihn für ihren Krönungsweg zum Papst nach Rom. Seit Jahrhunderten ist er das wichtigste Nord-Süd-Tor der Alpen – neuerdings auch für die modernen Radreisenden.

 

 

Auf dem gut ausgebauten, weitgehend asphaltierten Radweg abseits des motorisierten Verkehrs geht es ab dem Grenzort Brenner für 96 Kilometer auf einer alten Bahntrasse durch Tunnel und reizvolle Landschaften fast durchweg bergab nach Bozen. Man könnte nahezu durchfliegen.

Dabei ist Anhalten das Gebot der Stunde. Weil das Eisacktal eine Genuss- und Kulturregion ist, die ihresgleichen sucht. In den Städten am Wegesrand – Sterzing, Brixen und Klausen warten nicht nur Geschichte und Kultur, sondern auch dolce vita, die italienische Lebensart mit ihrer genussvollen Leichtigkeit des Seins.

Dolce Vita auf zwei Rädern – anhalten, genießen und die Leichtigkeit Italiens spüren.
In Klausen führt der Radweg mitten durch die Stadt. Schneckensymbole mit Geschwindigkeitsbegrenzungen weisen seit neuestem darauf hin, dass sich das gut erhaltene mittelalterliche Städtchen zum Wohle aller am besten schiebend erkunden lässt. Die schönen Bürgerhäuser aus dem 15. Jahrhundert sind auf einer „schiefen Ebene“ gebaut und drücken sich eng an den Säbener Felsrücken, als wollten sie sich vor dem Wasser des Eisacks schützen. Dort, wo die Oberstadt in die Unterstadt übergeht, steht die reich ausgestattete spätgotische Pfarrkirche, ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert. 
In Klausen führt der Radweg mitten durch die Stadt. Schneckensymbole mit Geschwindigkeitsbegrenzungen weisen seit neuestem darauf hin, dass sich das gut erhaltene mittelalterliche Städtchen zum Wohle aller am besten schiebend erkunden lässt. Die schönen Bürgerhäuser aus dem 15. Jahrhundert sind auf einer „schiefen Ebene“ gebaut und drücken sich eng an den Säbener Felsrücken, als wollten sie sich vor dem Wasser des Eisacks schützen. Dort, wo die Oberstadt in die Unterstadt übergeht, steht die reich ausgestattete spätgotische Pfarrkirche, ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert.

Kaum ein anderer Ort in Südtirol hat historisch so von seiner Lage profitiert wie Klausen. Was man dem schmucken Städtchen auch ansehen kann. An der Talenge zwischen Säbener Fels und Eisack, wo der Handels- und Reiseverkehr über den Brenner auf einer der wichtigsten innereuropäischen Routen leicht zu überprüfen war, entstand schon vor 1027 eine Zollstätte. Besonders im 15. und 16. Jahrhundert, als der Erzabbau seinen Höhepunkt erreichte, gelangten Stadt und Bischofssitz zu großem Reichtum. Der Schlüssel im Stadtwappen macht deutlich: Nur wer zahlte, dem wurden die Tore zur Durchfahrt geöffnet.

Praktisch für alle Radreisenden: Eine kleine Reparaturstation gibt es direkt im Ort in der Nähe des Marktplatzes.
Der Wappenschlüssel hat längst ausgedient, doch zum schnellen Durchradeln ist Klausen viel zu schön. Zwischen engen Gassen und prächtigen Bürgerhäusern locken liebevoll geführte Cafés und Restaurants mit Südtiroler Köstlichkeiten, Eis oder einem Espresso. Ob sich in den schicken Läden auch eine neue lässige Bike-Brille oder ein cooles Sportoutfit finden lassen? Im Süden der Altstadt präsentiert das Stadtmuseum im ehemaligen Kapuzinerkloster den berühmten Loretoschatz.
Text: Sylvia Pollex
Foto: Thomas Rötting
Veröffentlichung: 2026

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